„Aus dem wahren Leben…“/ „Taken from real life…“

Wissenschaftler sind allwissende, meist bebrillte, zuweilen auch scheue Wesen, die sich hinter einem Berg aus dicken Wälzern verbarrikadieren und immer die richtigen Antworten haben. Sie interessieren sich ausschließlich für ihre Wissenschaft und haben deshalb kaum soziale Kontakte, die wollen sie aber ohnehin nicht. Normalsterbliche, die keine ausgewiesenen Experten in ihrem Fachgebiet sind, würden sie auch gar nicht wahrnehmen. Das einzige Hobby, dem sie nachgehen, ist Lesen. Und nebenher schreiben sie seitenlange Abhandlungen über Probleme, die nur sie sehen und die sonst niemand nachvollziehen kann. Als ich 2007 mit meinem Studium in Dresden anfing, hatte ich diese Vorurteile in meinem Kopf. Jetzt, 11 Jahre später, bin ich selbst Wissenschaftlerin und würde gerne für mich beanspruchen wollen, dass keines der oben genannten Klischees auf mich zutrifft. 😉

In der Reihe Aus dem wahren Leben… stelle ich euch Wissenschaftler aus verschiedenen Fachbereichen vor, die sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen der Karriereleiter befinden und mir von ihrer Arbeit in der Wissenschaft und ihrem Leben erzählen. 

Heute fange ich mal an. 

Aus dem wahren Leben eines PostDocs: Verena Sauer (CAU Kiel, Germanistisches Seminar)

Wer bist du und was machst du?/Who are you and what do you do?

Wer ich bin habe ich hier ja schon ausführlich dargestellt.

It is already on the blog. You can have a look at my CV here.

Welche ist die wichtigste Rolle, die du in deinem Leben einnimmst?/What is your most important role in life and why?

Die eines glücklichen Menschen. Wenn ich nicht einigermaßen zufrieden bin mit meinem Leben, kann ich auch nicht wirklich gut arbeiten. Deshalb steht die Rolle als Wissenschaftlerin für mich auch nicht an erster Stelle.

I guess being a happy human. If I am not satisfied, I can not do a good job or live an enjoyable life. That’s why being a researcher does not come first.

Warum bist du Wissenschaftlerin geworden?/Why did you become a researcher?

Als ich mein Lehramtsstudim in Dresden begann, wurde mir relativ schnell klar, dass ich später nicht in die Schule wollte. Daran hat sich auch nach zahlreichen Praktika und einem halbjährigen Intermezzo als Vertretungslehrerin an einer Grundschule nichts geändert. Als Tutorin an der Uni zu arbeiten hat mich hingegen gleich von Anfang an begeistert. Ich wusste: Das will ich machen! Und dieser unbedingte Wille, an der Universität zu arbeiten, ist bis heute geblieben.

When I began my studies in Dresden in 2007 I was a bit unsure if becoming a teacher would be the right thing for me. After a wide range of internships at schools I knew, that I would not be happy with it. And I guess the pupils neither. But I also recognized that it was the best thing ever to work as a student tutor at university. It became my passion and I knew that I wanted to do this. And on this point, nothing has changed to this day.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?/How does a typical workday look like?

Ich bin ein DiMiDo.

I am a TuWeThu. That translation looks so weird. 😀

Wo siehst du dich in 20 Jahren?/Where do you see yourself in 20 years?

An einer renommierten Universität in Deutschland oder Europa mit mehr Erfahrung, wahrscheinlich weniger Illusionen und hoffentlich mit genauso viel Enthusiasmus für die Wissenschaft wie heute. Es wäre schön, wenn ich dann immer noch auf Konferenzen Vorträge halten darf (gerne auch mal einen Eröffnungsvortrag) und dann auf meinem Namensschild nicht nur mein blanker Name steht. Und vielleicht habe ich dann auch Kinder, die genau das hier lesen und dabei die Augen verdrehen.

I see myself at university as a professor who is enthusiastic about what she is doing. Besides that I want to give talks and present my work at conferences and work together with my team and my students on big projects. Maybe it would also be nice to have some children. They would certainly role their eyes when they read my blog. 😉 

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der gerade mit seiner Doktorarbeit anfängt?/What advice would you give to someone who is starting with his/her PhD?

Mache dir einen Zeitplan und spreche diesen mit deinem Betreuer genau ab. Lege Termine fest, an denen du deine Arbeitsprodukte vorstellst und halte diese Deadlines ein. Lasse dir so viel wie möglich Feedback zu deiner Arbeit geben und nutze auch die Möglichkeit, dein Dissertationsprojekt auf Konferenzen einem „fremden“ Publikum vorzustellen. Vielleicht helfen dir diese Beiträge (1+2+3) auch weiter.

Fix a time limit and make an agreement about your time schedule with your supervisor. Define and meet your deadlines. It is also very productive to get feedback from your supervisor, but also from your colleagues and other scientists or even friends. To me it was important to go to conferences and present my results there. If you are interested in some more information on that topic you can have a look at some older blog entries here (1+2+3).

Meine letzten Worte…/My last words…

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Du musst ihn nur gehen.

Where there is a will, there is a way. You just have to go.

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