Ich bin ein „DiMiDo“ – Das „Mi“

Der Mittwoch ist der einzige Tag, den ich komplett in Kiel verbringe. Mittwochs habe ich auch meine Sprechzeit und das Seminar „Diachrone Beschreibung der deutschen Sprache“. So sieht ein typischer Mittwoch aus:

Gegen 9:00 Uhr komme ich ins Büro, je nachdem ob der Bus pünktlich ist auch gerne mal 15-30 Minuten später. Dann mache ich mir einen Kaffee (schwarz) und werfe einen ersten Blick in mein Postfach. Nachdem alle wichtigen Mails bearbeitet sind, arbeite ich meist an der Vorbereitung meines Seminars weiter. Heute muss ich beispielsweise noch einen geeigneten mittelhochdeutschen Text aussuchen, an dem ich meinen Studis die sprachlichen Besonderheiten der höfischen Dichtersprache zur Zeit des Hochmittelalters erklären kann. Meine Wahl fällt schließlich auf das Tagelied „Singet, Vogel, singet“ von Otto von Botenlaub. In diesem Lied geht es um ein Liebespaar, das die Nacht miteinander verbracht hat und sich mit Anbruch des Tages voneinander verabschieden muss. Etwas Tragik in den Texten ist immer gut und peppt jedes Nachmittagsseminar auf, so zumindest ist mein Plan.

Gegen 12:00 Uhr gehen wir alle gemeinsam in die Mensa. Das Essen ist meist eher Durchschnitt, allerdings schmeckt Frittiertes hier ganz gut. 😉 Heute gibt es Kartoffelsuppe und die mundet mir, wider Erwarten, sehr. Danach folgt der zweite Kaffee des Tages (diesmal mit Milch). Jetzt muss ich ein wissenschaftliches Poster erstellen. Daran arbeite ich schon seit ein paar Tagen und heute möchte ich das Layout überarbeiten. Zwischendurch klopft es immer mal wieder an meiner Tür und Studenten kommen in meine Sprechzeit. Wir bereden Hausarbeitsthemen, die Abgabe der Bachelorarbeit und auch organisatorische Probleme.

Um 16:00 Uhr mache ich mich auf den Weg zu meinem Seminar. Das gefällt mir heute auch ganz gut. Die Studenten müssen zwar etwas mit dem Tagelied kämpfen, aber letztendlich konnten sie doch einige Besonderheiten ausfindig machen. Ich bin zufrieden und hoffe, die Studis sind es auch. Tatsächlich ist das ein Punkt, den ich gerne verbessern würde: Feedback von den Studierenden für die Dozenten. Zwar gibt es an der CAU ein Evaluationssystem, allerdings ist das noch nicht optimal umgesetzt bzw. genutzt. So findet die Evaluation meist in der Mitte des Semesters statt, d.h. die Studierenden können nur zu einem Teil des Seminars Feedback geben. Und leider nutzt auch nur ein kleiner Teil der Studenten diese Möglichkeit. Natürlich ist kein Feedback auch ein Feedback: Mein Seminar scheint immerhin nicht total mies zu sein. 😀 An diejenigen, die sich dennoch zu einem Feedback durchringen können an dieser Stelle: Vielen Dank! Macht weiter so!

Nach dem Seminar folgt dann die Nachbereitung desselben. Ich stelle also die PowerPoint-Folien online und recherchiere noch offene Fragen. Da stoße ich häufig auf interessante Details. So habe ich nun herausgefunden, dass Schottelius den Gesellschaftsnamen „Der Suchende“ hatte und sein Emblem das Schwindelkraut ist. In diesem Sinne „suche“ ich mir einen Bus heraus und fahre etwas müde, aber doch zufrieden nach Hause. Diesmal haben die Läden auch schon zu, es war also gut, dass ich gestern etwas zu viel eingekauft habe. Den Rest des Abends verbringe ich mit einem neuen Buch auf der Couch. That’s it!

 

 

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