Einblicke in die Lehre Nr. 2: …und dem Unterschied zwischen Obst und Gemüse

Wenn man sich so intensiv mit Obst beschäftigt, stößt man unweigerlich auf die Frage: Was ist Obst eigentlich? Und was unterscheidet Obst von Gemüse?

Auf den ersten Blick erscheinen diese Fragen ein bisschen banal: Obst ist süß und Gemüse nicht. ABER: Welche Geschmacksrichtung hat Gemüse eigentlich? Könnte es als herzhaft bezeichnet werden? Doch das ist ja keine Geschmacksrichtung und zudem ist eine Zucchini auch nicht mit einem Schweinsbraten geschmacklich zu vergleichen, oder?

Wollen wir die Unterschiede zwischen Obst und Gemüse benennen, greifen wir z.B. auf Prototypen zurück. Das sind die kognitiv am schnellsten verfügbaren Vertreter einer Kategorie, anders ausgedrückt: Wenn ich von Obst spreche, denkt ihr vielleicht automatisch an einen Apfel, das wäre dann euer Prototyp. Solche Prototypen sind Elemente semantischer Analysen. Sie helfen uns beispielsweise dabei, die Banane der Kategorie „Obst“ zuordnen zu können, die Gurke hingegen nicht. Diese würden wir dann eher in der Kategorie „Gemüse“ unterbringen. Die dabei ablaufenden kognitiven Prozesse basieren auf unserem Wissen über den Prototypen der Kategorie, dem wir spezifische Eigenschaften zuschreiben können. Alle anderen Vertreter einer Kategorie sind mit dem Prototypen über die sog. „Familienähnlichkeit“ verbunden. D.h. sie teilen einige Merkmale des Prototyps, aber eben nicht alle. In der Prototypensemantik gibt es keine festgelegte Anzahl von Merkmalen die erfüllt werden müssen, damit ein Begriff in die Kategorie aufgenommen wird oder nicht. Die Kategoriengrenzen sind also unscharf und die Zugehörigkeit zur Kategorie ist gradiert. Alle Vertreter sind folglich in einem bestimmten Grad prototypisch für die jeweilige Kategorie. Vertreter die besonders viele Merkmale des Prototyps teilen, sind eher im Zentrum der Kategorie anzuordnen, Vertreter, die sich stärker vom Prototypen unterscheiden, eher am Rand.

Nun aber zurück zur Ausgangsfrage: Was unterscheidet Obst von Gemüse? Anhand meines Prototyps (Bei mir ist es der Apfel.) die Merkmale für die Kategorie „Obst“ zu benennen, fällt mir schwer oder ist besser gesagt nicht möglich. Mit den Eigenschaften „süß, höherer Zuckergehalt“ und „eher roh als gekocht verzehrbar“ bewege ich mich auf dünnem Eis. Diese Eigenschaften treffen durchaus auch auf „Nicht-Obst“ wie etwa die Erdbeere zu. Die gehört ja, wie wir alle wissen, zu den Rosengewächsen. Letztendlich blieb mir nichts anderes übrig als ein bisschen auf dem Gebiet der Botanik zu recherchieren. Und hier nun der Unterschied:

Obst stammt meist von Sträuchern oder mehrjährigen Stauden. Meist sind es die Früchte oder Teile der Frucht, die verspeist werden. Außerdem ist Obst meist roh verzehrbar. Bei Gemüse handelt es sich meist um einjährige Pflanzen, von denen Blätter, Knollen, Wurzeln oder auch die Sprossachse verzehrbar ist. Häufig kommt Gemüse gekocht auf den Tisch. 

Ist ja gar nicht so kompliziert! 😉

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