Wie schreibe ich erfolgreich eine Doktorarbeit? Teil 2: Die Themenfrage

Falls ihr zu den Glücklichen gehört, die nun wissen oder wenigstens zu glauben meinen, dass sie motiviert sind, eine Doktorarbeit zu schreiben: Herzlichen Glückwunsch!

Ihr steht jetzt am Anfang eines langen Weges: Euer Motivationsrucksack ist gut gefüllt, sodass ihr auch mal die ein oder andere Durststrecke gut überbrücken könntet. Jetzt fehlt euch noch eure persönliche Wegbeschreibung, im Sinne einer Wanderroute. Hiermit meine ich ein Thema, dem ihr mit Ehrgeiz, Disziplin und Freude nachgehen wollt. Dieser zweite Schritt, nach der Motivationsfrage, ist wieder ein Meilenstein auf dem Weg zu eurem Ziel „Doktorhut“.

Wie habe ich mein Thema gefunden? Folgende Fragen haben meinen Weg begleitet:

  • Was habe ich bisher gemacht?

Zu allererst habe ich zurück geschaut und überlegt, was ich bisher gemacht habe. Welche Hausarbeiten, Referate, Diskussionen und Themengebiete aus den Seminaren sind mir (positiv) im Gedächtnis geblieben? Wo gab es Momente der Erleuchtung?

Im Verlauf meines Studiums war ich häufiger mal in der Situation, noch spät abends in der SLUB (Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) zu sitzen oder auch in der Ebene -2 (Die SLUB ist zum größten Teil unterirdisch angelegt.) neben anderen übermüdeten Studierenden und einem höheren Stapel Fachliteratur auf den gemütlichen Ledersofas zu fläzen und über den Sinn meiner Fragestellung (bzw. des Lebens) nachzudenken. Und irgendwann, zwischen Automatenkaffee Nr. 12 und der Ansage, dass die Bibliothek nun schließt (Mitternacht), kam die Erleuchtung. Ich wusste plötzlich, wie ich alle thematischen Fäden, die lose in meinem Kopf herumlagen, zu einem Strang verbinden konnte. Sobald dieser thematische Roten Faden gefunden war, war das Schreiben kein Problem mehr. Im Gegenteil, es hat Spaß gemacht.

Und so sollte es im besten Falle auch bei eurer Doktorarbeit sein. Auch hier sollten sich intensive Recherche-Arbeiten, Erleuchtungsmomente und Phasen des Schreib-Flows abwechseln. Deshalb überlegt zunächst, welche Themen euch in der Vergangenheit Spaß gemacht haben. Vielleicht stoßt ihr dabei auch auf ein Themenfeld, mit dem ihr vorher noch nicht in Berührung gekommen seid. Auch das ist möglich!

  • Kann ich mich mit diesem Thema über einen längeren Zeitraum (3-5 Jahre) sinnvoll beschäftigen?

„Sinnvoll“ ist hier das entscheidende Kriterium! Sicherlich gibt es Themen, die spannend sind, aber für euch und die scientific community keinen Mehrwert bringen. Soll heißen: Ihr findet keinen Betreuer für eure Arbeit, weil euer Thema keine neuen (Forschung-) Erkenntnisse verspricht. In so einer Situation wäre eure Motivation wahrscheinlich auch schnell flöten. Wie also vorgehen?

Nach einer umfassenden Recherche und der daraus resultierenden Entscheidung für eine bestimmte Thematik sollte ihr mit eurer Idee auch andere begeistern können, zunächst mal vordergründig euren zukünftigen Doktorvater oder eure zukünftige Doktormutter. Bevor ihr das tut, ist es durchaus sinnvoll, die Familie, Freunde und/oder Kommilitonen eure Idee vorzustellen und mit ihnen darüber zu reden. Hier bekommt ihr ein erstes wichtiges Feedback von Menschen, die euch sehr gut kennen und konstruktive (thematische und/oder individuelle) Anregungen/Hinweise geben können. Darüber hinaus könnt ihr eure Argumentationstechnik perfektionieren und damit vor eurem zukünftigen Betreuer glänzen. 😉

Das Gespräch mit eurem Doktorvater solltet ihr gut vorbereiten: Nicht einfach in die Sprechzeit kommen und mit der großen Neuigkeit aufwarten, sondern besser vorher einen Termin vereinbaren und euer Anliegen kurz beschreiben. So überrumpelt ihr niemanden und euer (zukünftiger) Betreuer kann sich entsprechend Zeit nehmen für das Gespräch mit euch. Hier erhaltet ihr wichtige Hinweise/Anmerkungen, die ihr im Anschluss, wenn ihr überzeugt habt, für die Ausarbeitung eures Exposees unbedingt berücksichtigen solltet.

Abschließend kann die Themenfindung wohl mit drei Wörtern beschrieben werden:

RECHERCHIEREN, DISKUTIEREN, REFLEKTIEREN

In diesem Sinne: Sucht euch schon mal einen guten Platz in der Nähe des Kaffeeautomaten und richtet euch in der Bibliothek eures Vertrauens häuslich ein.

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